Es ist die Nachricht des Jahres. Und sie kommt nicht von der Börse, sondern aus dem Bundestag.
Deutschland geht an die Börse.
Nicht SpaceX. Nicht Anthropic. Deutschland. Die Bundesrepublik. 82 Millionen Einwohner, 16 Bundesländer, 3 Ampelphasen hinter sich und ein Schuldenberg, der selbst Elon Musk beeindrucken würde.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jakob Maria Mierscheid, den langjährige Finwohl-Leser bereits aus früheren exklusiven Hintergrundgesprächen kennen, hat Finwohl die Details gesteckt. Bei einem Feierabendbier in der Bundestagskantine — Mierscheid trinkt grundsätzlich alkoholfrei, „weil Schulden nüchtern betrachtet schlimm genug sind“ — packte er aus.
Die Idee: Eigenkapital statt Schulden
„Wir finanzieren uns seit Jahrzehnten über Staatsanleihen“, erklärte Mierscheid. „Das ist Fremdkapital. Jeder BWL-Erstie lernt im ersten Semester: Ein Unternehmen, das sich nur über Fremdkapital finanziert, hat ein Problem. Warum sollte das bei einem Staat anders sein?“
Die Idee ist so simpel wie revolutionär: Deutschland gibt Aktien aus. Echte Aktien. Mit WKN, ISIN und allem, was dazugehört. Die Deutschland AG wird gegründet — als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, eingetragen beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg.
„Wir haben das Sondervermögen für Infrastruktur, das Sondervermögen für die Bundeswehr, und jetzt kommt das Sondervermögen für alle: Eigenkapital Deutschland„, so Mierscheid. „Jeder Bürger kann Miteigentümer seines Landes werden. Das ist gelebte Demokratie. Nur halt mit Dividende.“
Das Standardprodukt: Die Deutschland-Aktie
Und jetzt wird es richtig clever. Erinnert ihr euch an das Standarddepot, das jeder Anbieter im Rahmen des neuen Altersvorsorgedepots anbieten muss? Das einfache Produkt für alle, die sich nicht selbst um die Anlage kümmern wollen?
Mierscheid grinste: „Wir haben lange überlegt, was da rein soll. MSCI World? Zu viel Ausland. DAX? Zu wenig Diversifikation. Und dann kam uns die Erleuchtung: Wir SIND das Standardprodukt.„
Das staatliche Standarddepot besteht künftig zu 100% aus Aktien der Deutschland AG.
Die Vorteile liegen laut Mierscheid auf der Hand:
Maximale Diversifikation im Inland. Die Deutschland AG umfasst alles: Autobahnen, Schulen, Krankenhäuser, die Deutsche Bahn, 427 Jobcenter, das Freibad in Castrop-Rauxel und die Kantine im Finanzamt Buxtehude. „Breiter gestreut geht nicht“, so Mierscheid. „Außer man nimmt noch den Auslandsrundfunk dazu. Aber den versteht eh niemand.“
Kein Währungsrisiko. Alles in Euro. „Warren Buffett sagt: Investiere nie in etwas, das du nicht verstehst. Und was versteht der deutsche Bürger besser als Deutschland? Na gut, vielleicht die Steuererklärung nicht. Aber alles andere.“
Garantierte Substanz. Deutschland besitzt laut Bundesvermögensamt Immobilien, Infrastruktur und Goldreserven im Wert von geschätzt 14 Billionen Euro. „Da kann der Kurs schwanken, wie er will“, erklärte Mierscheid. „Unter dem Ganzen liegen immer noch 3.352 Tonnen Gold in der Bundesbank. Und eine U-Bahn in Berlin, die zwar nicht fährt, aber einen erheblichen Sammlerwert hat.“
Eingebauter Inflationsschutz. Wenn die Inflation steigt, steigen auch die Steuereinnahmen. Höhere Steuereinnahmen bedeuten höhere Dividende. „Der Staat verdient an der Inflation. Die Bürger jetzt auch. Wir nennen das: trickle-up economics.“
Steuerliche Optimierung. Die Dividenden der Deutschland AG werden aus Steuereinnahmen finanziert. Die Steuern auf die Dividenden fließen wiederum in die Steuereinnahmen. „Ein perfekter Kreislauf“, schwärmte Mierscheid. „Das perpetuum mobile der Finanzpolitik. Mein Kollege aus dem Finanzministerium nennt es den Klingbeil-Kreisel.“
Die Versicherungswirtschaft tobt
Wenig begeistert zeigt sich die Versicherungswirtschaft. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) polterte Verbandspräsident Robert Nollinger:
„Das ist ein Angriff auf das bewährte System der privaten Altersvorsorge! Seit Jahrzehnten bieten wir den Bürgern erstklassige Produkte mit garantierter Sicherheit und überschaubarer Rendite.“
Hinter vorgehaltener Hand klingt die Sorge allerdings etwas anders. Ein Brancheninsider, der anonym bleiben möchte, sagte zu Finwohl: „Das Problem ist nicht das Produkt. Das Problem ist, dass wir unsere LEOs verlieren.“
LEO steht in der Versicherungsbranche intern für „Leicht Erreichbare Opfer“ — Kunden, die mangels Finanzwissen teure Produkte abschließen, ohne die Kostenstruktur zu hinterfragen. „Ein Kunde, der versteht, dass er mit einem einzigen ETF-Sparplan besser fährt als mit unserer fondsgebundenen Rentenversicherung mit 4,2% Effektivkosten? Das ist ein verlorener LEO“, so der Insider. „Und jetzt kommt der Staat auch noch mit einem Produkt um die Ecke, das jeder versteht? Das ist das Ende des Geschäftsmodells.“
Der GDV fordert als Gegenmaßnahme eine Mindest-Komplexitätsquote für alle Altersvorsorgeprodukte. Kein Produkt dürfe auf weniger als 40 Seiten Vertragsbedingungen kommen. „Transparenz ist wichtig“, so Nollinger.
Mierscheid kommentierte trocken: „Die Versicherungsbranche beklagt sich, dass sie keine LEOs mehr findet. Ich würde sagen: Das ist kein Bug, das ist ein Feature.“
Dirk Müller sieht den Crash kommen
Erwartungsgemäß meldete sich auch Dirk Müller zu Wort. In einem 47-minütigen YouTube-Video — Titel: „DEUTSCHLAND-AKTIE: Der GRÖSSTE FEHLER aller Zeiten?!“ — warnte er eindringlich vor dem Börsengang.
„Wenn Deutschland an die Börse geht, wird der Kurs in den ersten Wochen durch die Decke gehen. Das ist pure Euphorie. Und dann? Dann kommt der Crash. Wie immer. Und wer schützt dann die Anleger?“
Müller kündigte an, einen Dirk Müller Premium Deutschland Fonds aufzulegen, der zu 100% in die Deutschland-Aktie investiert — aber mit seiner bewährten Absicherungsstrategie. „Ich kaufe die Deutschland-Aktie und sichere sie gleichzeitig gegen Deutschland ab. So kann nichts passieren.“
Auf die Frage, ob bei dieser Strategie überhaupt Rendite übrig bleibe, antwortete Müller: „Rendite ist nicht alles. Manche Menschen wollen nachts einfach ruhig schlafen.“ Was bei seinem Fonds definitiv der Fall ist. Der Dirk Müller Premium Fonds hat in den vergangenen Jahren zuverlässig für Schlaf gesorgt — bei Anlegern und Rendite gleichermaßen.
Karl Ranseier, der bekanntlich selbst jahrelang die Absicherungsstrategie perfektioniert hatte, kommentierte aus seiner Neuköllner WG: „Dirk sichert Deutschland gegen Deutschland ab? Das ist, als würde man eine Versicherung gegen sich selbst abschließen. Wobei — das hat die Versicherungsbranche ja jahrelang genau so verkauft.“
Der Börsengang im Detail
Laut Mierscheid ist der IPO der Deutschland AG für den 1. Oktober 2027 geplant — passend zum Tag der Deutschen Einheit. Die wichtigsten Eckdaten:
- Ticker-Symbol: DE — „Einfacher geht’s nicht“
- Erstausgabepreis: 49,00 € — „Weil wir 1949 gegründet wurden“
- Geplantes Emissionsvolumen: 500 Mrd. € — „Das klingt nach viel, aber wir geben sonst ja auch 500 Mrd. in einem Haushalt aus“
- Dividendenrendite: 2,5% p.a. — „Finanziert aus der Kfz-Steuer. Die zahlt eh jeder.“
- Hauptversammlung: Ersetzt künftig den Bundestag. „Effizienter“, so Mierscheid. „Und die Reden sind kürzer.“
Was bedeutet das für dich?
Falls du gerade überlegst, ob du die Deutschland-Aktie zeichnen sollst: Mach’s nicht.
Nicht weil Deutschland ein schlechtes Investment wäre (obwohl die Deutsche Bahn als Tochtergesellschaft schon ein gewisses Klumpenrisiko darstellt). Sondern weil du es besser kannst:
- Ein Depot bei einem günstigen Broker.
- Einen breit gestreuten Welt-ETF. Mit Deutschland drin. Und dem Rest der Welt.
- Einen Dauerauftrag.
- Die Gelassenheit, nicht auf jeden Hype zu springen. Auch nicht auf den patriotischen.
In diesem Sinne: April, April! 🐟
Deutschland geht nicht an die Börse. Aber das Altersvorsorgedepot kommt tatsächlich ab 2027 — und zwar ohne Deutschland-Aktie, Mindest-Komplexitätsquote und Klingbeil-Kreisel. Dafür mit echten ETFs, bis zu 540 € Grundzulage, 300 € Kinderzulage pro Kind und steuerfreier Ansparphase. Der Bundestag hat das Gesetz am 27. März beschlossen. Es ist die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit 20 Jahren.
Und die LEOs? Die gibt es leider wirklich. Falls du unsicher bist, ob du einer bist: Wer diese Frage stellt, ist meistens schon keiner mehr.
Mein Name ist Andree de Boer. Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Finanzen. In meinem Blog berichte ich über meine Erfahrungen.
Dabei ist mir über die Zeit aufgefallen, dass der Schlüssel zum Erfolg bei Geld und Finanzen nicht primär in irgendwelchen Finanzprodukten liegt.
Vielmehr sind es die eigene Einstellung und das Verhalten, die den Erfolg maßgeblich beeinflussen.
Deshalb konzentriere ich mich zunehmend auf das Thema Finanzcoaching, um Menschen in die Lage zu versetzen, produktunabhängig gute Finanzentscheidungen zu treffen.
Dazu habe ich eine professionelle Ausbildung zum FCM Finanzcoach absolviert.
Meine Dienstleistungen biete ich völlig produktunabhängig auf Honorarbasis an.
In meinem Blog berichte ich auch über eigene Erfahrungen mit konkreten Finanzprodukten. Dies stellt jedoch ausdrücklich keine individuelle Empfehlung dar.
Nimm mit mir Kontakt auf oder buche online ein kostenloses Erstgespräch. Wir finden heraus, wie ich Dir helfen kann.
