„Schatz, wir müssen eine Holding gründen“ – Wann bei Familien eine vermögensverwaltende Gesellschaft sinnvoll sein kann

Ich hatte immer mal wieder davon gesprochen, doch irgendwann meinte ich es ernst. „Schatz, wir müssen eine Holding gründen!“

Meine Frau dachte im ersten Moment sicher „Ach, er wieder mit seinen fixen Ideen“. Doch irgendwann wurde ihr klar: „Der meint das wirlich Ernst“.

Ich habe mich schon länger mit dem Thema Holding beschäftigt, aber noch keinen belastbaren „Business Case“ gefunden, der auch vor meiner Frau standhält.

Doch jetzt ist alles anders. Der Wind hat sich gedreht und ich habe plötzlich Rückenwind.

Anfang 2022 habe ich mich entschieden, bei einer Firma einzusteigen und mich zu beteiligen. Nichts einfacher als das. Konditionen verhandeln, ab zum Notar, Anteile auf mich übertragen und fertig ist die Laube.

Doch je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, umso mehr wurde mir bewusst, dass ich das eine oder andere Detail vielleicht noch nicht gut genug durchdacht hatte.

Mithilfe meines Steuerberaters schaute ich also etwas genauer hin. Und endlich: Da war mein Business Case für eine Holding.

Doch zunächst wenden wir uns dem Hauptvorteil einer Holding bzw. vermögensverwaltenden Gesellschaft zu. Ich werde für beides ab jetzt den Begriff „Holding“ nutzen.

Die Holding als Modell der Steueroptimierung

Die Sache ist die, wenn ich als Privatmensch Erträge aus meinem Vermögen habe, dann ist Christian Linder und seine Finanzbehörde nicht weit und zwackt seinen Anteil für den Staatssäckel sofort ab. Erträge können zum Beispiel Gewinnausschüttung in Form von Dividenden oder der Gewinn bei einer Veräußerung des Vermögens sein.

Die Holding zieht quasi ein Abwehrschild ein. Mit der richtigen Struktur müssen Erträge im Mantel der Holding nicht oder nur zu einem sehr geringen Steuersatz versteuert werden. Einzige Voraussetzung: Das Vermögen bleibt im Mantel der Holding.

Klingt zu schön, um wahr zu sein, nicht wahr. Korrekt, das Vermögen im Mantel der Holding gehört nicht dir, sondern der Holding. Dir wiederum gehört die Holding, aber nicht direkt das Vermögen.

Jetzt ist die Holding froh, aber du hast nicht direkt etwas davon. Möchtest du an das Vermögen der Holding dran, dann geht das zum Beispiel mit einer Entnahme. Die Entnahme bedeutet, dass etwas durch den Mantel der Holding hindurch an dich ausgezahlt wird. Und jetzt ratet mal wer da wartet, sobald die Entnahme den Mantel verlassen hat. Richtig: Christian Lindner & Friends. Er zwackt nämlich wieder seinen Anteil für den Staatssäckel ab.

Bis jetzt hat die Holding noch keinen Vorteil, sondern eigentlich nur Nachteile. Der Vorteil stellt sich erst dann ein, wenn du dein Vermögen im Mantel der Holding wachsen lässt und die Entnahme nicht sofort tätigst, sondern in die Zukunft verschiebst. Hier kann das Vermögen dann schneller wachsen als außerhalb des Mantels, da die nicht gezahlten Steuern beim Wachsen mithelfen.

Durch diese sogenannte Steuerstundung kann der langfristige Vermögensaufbau optimiert werden.

Die genaue Ausgestaltung dieses Modells sollte zwingend mit einem kompetenten Steuerberater besprochen werden.

Die Holding für das Vermögensmanagement in der Familie

Kommen wir zu meinem „Business Case“. Ich hätte jetzt die Anteile munter auf mich persönlich übertragen können. Die Firma wächst und wächst und ist in 10 Jahren das 100fache Wert.

Da meine Frau und ich beim Erwerb der Anteile bereits verheiratet waren und wir im Modell der Zugewinngemeinschaft leben, könnte sich hier ein Risiko ergeben.

Natürlich gehen wir vom positiven aus. Wir werden gemeinsam alt und zerren irgendwann beim Cocktail in einer Hängematte auf einer Karibikinsel von unserem Vermögen. Der Laden läuft auch ohne uns und alles ist in bester Ordnung. So auch unser Plan. Doch so ein Plan wird von der Realität auch gerne mal eingeholt.

Stellen wir uns daher den nicht so guten Fall vor. Das Schicksal hat andere Pläne und wir trennen uns. Das Ganze endet zu allem Überfluss im Rosenkrieg. Es kommt hart auf hart und ich muss meiner Frau den hälftigen Zugewinn der Firma auszahlen. Herzlichen Glückwunsch, das Unternehmen ist jetzt 100-mal so viel Wert und ca. 50% davon muss ich auszahlen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Wahrscheinlich muss ich meine Anteile verkaufen oder an meine Frau abgeben.

Klar, für diesen Fall kann man mit einem Ehevertrag vorsorgen. Doch meine Frau und ich sehen auch unsere Familie als Unternehmen, wo jeder seinen Teil dazu beiträgt und dem anderen den Rücken freihält. Daher ist es nur fair, dass ein Partner auch an den Erfolgen des anderen partizipiert.

Genau das manifestieren wir jetzt mit unserer Holding. Dabei halte ich 51% an der Holding und bin als Geschäftsführer bestellt. Meine Frau hält 49% an der Holding und hält sich im Hintergrund. Damit kann ich alle operativen Entscheidungen treffen und meine Frau ist mit ihren Anteilen am Vermögen beteiligt. Im Worst Case müsste ich dann nur noch 1% des Gesamtvermögens auszahlen, die restlichen 49% hält sie ja schon.

Auch eine zukünftige Übertragung des Vermögens an die Kinder wird durch eine Holdingstruktur deutlich erleichtert, da die unterliegenden Vermögenswerte nicht einzeln übertragen werden müssen, sondern im Bundle der Holding.

Die Holding als Haftungsbeschränkung

Ein weiterer Business Case ergibt sich jetzt auch für die Haftung des Vermögens. Die Steuerstundung funktioniert auch auf Ebene einer operativen Kapitalgesellschaft. Gewinne, die nicht ausgeschüttet werden, können in der GmbH bleiben und werden nicht auf der persönlichen Ebene versteuert.

Problem ist hier aber die Haftung. Eine operative GmbH haftet mit dem Gesellschaftsvermögen. Im schlechten Fall muss im Haftungsfall auch mit dem komplett angesammelten Gewinn gehaftet werden. Die fast steuerneutrale Ausschüttung in die Holding nimmt die Ausschüttung aus dem Haftungs-Feuer und verlagert sie in den sicheren Mantel der nicht operativen Holding.

Die Holding zur Steuerung des Einkommens

Mit der Holding kannst du dein Einkommen flexibel steuern. Du entscheidest, wann Ausschüttungen erfolgen, ob du dir Gehalt auszahlen lässt und kannst in einem plausiblen Rahmen die Höhe selbst festlegen. Damit kannst du dein Einkommen je nach Bedarf steuern und dies steuerlich optimieren.

Die Nachteile einer Holding

Die Gründung einer Holding sollte gut überlegt sein, denn sie geht mit Kosten, Pflichten und eventuell ungewollter Transparenz einher. So fallen Gründungskosten und laufende Kosten (z.B. Steuerberater) an. Das Modell gibt es also nicht für Umme. Auch ist man zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses verpflichtet. So kann auch der Nachbar Einsicht in die Vermögensverhältnisse bekommen.

Auch hier gilt es wieder sich gut beraten zu lassen.

Daher sollte jeder für sich prüfen, ob er einen belastbaren Business Case hat. Meine 10-seitige Powerpoint Präsentation hat den CFO (der Chief Family Officer, meine Frau) auf jeden Fall überzeugt.

Mit meiner Holding auf ins nächste Abenteuer

Ich gebe es zu. Meine prognosefreie ETF-Strategie ist zwar erfolgreich, aber auch echt langweilig. Mein 1-ETF Ansatz ist steuerlich schon eine Holding-Struktur im ETF-Vehikel, da die Erträge nicht an mich ausgezahlt werden, sondern im ETF verbleiben. Da kann Christian Lindern nur mit der Vorabpauschale etwas abzwacken. Nö, ich brauche neue Herausforderungen. Mit der Holding baue ich mir jetzt meine eigene Vermögensverwaltung auf. Von meinen Erfahrungen werde ich berichten.

Mein Name ist Andree de Boer. Ich investiere seit Jahren passiv und prognosefrei mit der 1-ETF-Strategie erfolgreich in die Weltwirtschaft. Ich habe Erfahrung mit Immobilien, Immobilienfinanzierung und hole selbst aus der Riester-Rente eine überdurchschnittliche Rendite heraus.


Ich verstehe unser Steuersystem und habe Erfahrungen mit der Optimierung von Abfindungen. Ich habe umfangreiches Wissen im Bereich staatliche Förderung. Ich zeige dir wie du mit der Rürup-Rente eine Vorsorge nach schwedischem Vorbild anlegen kannst.

Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder und habe mich daher ausgiebig mit Anlagemöglichkeiten für Kinder und dem Thema Taschengeld auseinandergesetzt.

Ich kenne die Vor- und Nachteile unseres Rentensystems. Ich entziffere deine Renteninformation und durchleuchte deinen Altersvorsorgevertrag. Ich habe ausgerechnet warum sich bei der Geldanlage ab 50 eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung lohnen kann

Ich nutze den Vorteil eines Privatanlegers gegenüber institutionellen Anlegern und realisiere damit langfristig eine bessere Rendite als die Profis.

Auf meinem Blog berichte ich von meinen Erfahrungen und Recherchen zu allen Themen aus dem Bereich Privatfinanzen.

Die Welt der Finanzen scheint komplex, doch sie ist einfacher als viele denken. Das Verständnis von ein paar Grundprinzipien können dich in die Lage versetzen bessere Finanzentscheidungen zu treffen. Dazu biete ich die Wissensvermittlung dieser Prinzipien an.

Mit meiner professionellen Coaching-Ausbildung zum FCM Finanz Coach kombiniere ich meine Kernkompetenzen und helfe Menschen nachhaltige Finanzentscheidungen zu treffen.

Oft ist nicht ein bestimmtes Finanzprodukt die Lösung, sondern der Umgang mit der persönlichen Intuition und den Emotionen. Für diese Menschen biete ich mein Finanzcoaching an.

Trete mit mir in Kontakt. Wir finden heraus, wie ich dir helfen kann.

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9 Gedanken zu „„Schatz, wir müssen eine Holding gründen“ – Wann bei Familien eine vermögensverwaltende Gesellschaft sinnvoll sein kann

  1. Sehr interessant. fragt sich nur, ab welchem Summen es sich lohnt. Warum DIE Holding nicht im Ausland gegründet wurde, wäre auch noch einen Gedanken wert.

  2. Wenn man sich auf Wertpapiere konzentriert (Public Equity), dann ist die Daumengröße ab 100.000 €. Bei Beteiligungen (Private Equity) wie in meinem Fall sind die Umstände entscheidender.

    Mit Holding im Ausland habe ich mich noch nicht beschäftigt. Was ist der Vorteil?

    1. Ich beschäftige mich mit der Firmengründung erst seit kurzem, stöbere bei staatenlos.ch rum und denke, dass es steuerlich doch interessant sein könnte. Auch rechne ich mit dem Zusammenbruch Deutschlands und der EU nach meinem ersten Asienaufenthalt. Eigentlich rechnete ich damit in den nächsten zehn Jahren, seit der neuen Regierung jedoch in wesentlich kürzerer Zeit.

    1. Ja, mit Tendenz zu Familiengenossenschaft. Die kann man ja zu dritt gründen. Zwei Ltd. offshore und man selbst. Aber der Aufwand.. Und ich kenne mich nicht wirklich aus. Da braucht man erst einen Kurs in BWL oder so.

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